"Willkommen Stefan!" - Unser neuer Geschäftsführer Stefan Raffeiner im Interview

Seit Anfang des Jahres ist Stefan Raffeiner der neue CEO bei Untis in Stockerau. Wir haben den 29-Jährigen Südtiroler zu seinem Einstieg mitten in der Corona-Pandemie und seinem Führungsstil befragt und wollten wissen, warum er gern bei Untis arbeitet.

Hallo Stefan, Du bist seit Jänner neuer CEO von Untis. Wie war Dein Einstieg mitten in der Corona-Pandemie?

Etwas undurchsichtig, würde ich sagen. Mir ist der persönliche Kontakt mit Menschen und direktes Feedback wichtig. Dadurch, dass plötzlich die meisten Kolleg*innen im Homeoffice gearbeitet haben, fehlten die Gespräche in der Kaffeeküche und man lernte neue Mitarbeiter*innen nur am Bildschirm kennen. Um das Beste aus der Situation zu machen, haben wir einfach neue Formen des Austauschs und Kennenlernens eingeführt: Zum Beispiel nimmt jeder neue Mitarbeitende einmal am Teammeeting jeder Abteilung teil, um sich vorzustellen und die anderen kennenzulernen. Besonders gut kommen die Videobotschaften an, die am ersten Arbeitstag aufgenommen und an alle versendet werden.

Welche ersten Themen möchtest Du als neuer CEO angehen?

Die Headline ist „Untis zukunftsfit zu machen“. Denn spätestens seit der Corona-Pandemie wächst der Markt der Bildungstechnologien immer schneller und das hat auch einen großen Einfluss auf unser Geschäft. Wir haben heuer 40 neue Arbeitsplätze am Standort Stockerau und in unserem neuen Büro in Wien geschaffen. Für dieses Wachstum auf mittlerweile über 100 Mitarbeitende braucht es neue Strukturen und Rollen. Auf der Produktseite haben wir eine neue Generation der Stunden- und Vertretungsplanung in den Startlöchern - also in unseren Kernkomptenzen. Damit werden wir demnächst in neue Märkte vordringen, sowohl geografisch als auch was die Schulart betrifft. Parallel arbeiten wir an der Integration mit weiteren Tools im Bildungsbereich, um den Schulalltag möglichst einfach zu gestalten.

Was ist Dein Anspruch an Dich als Führungskraft? Wie würdest Du Deinen Führungsstil beschreiben?

Mir ist besonders wichtig, meinen Mitarbeiter*innen Kontext zu geben, das heißt, Hintergrundinformationen bereitzustellen, Beweggründe möglichst transparent zu machen und Ziele gemeinsam zu definieren. Dies ermöglicht es dann jedem Team, selbstständig Entscheidungen zu treffen, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass das gesamte Unternehmen in die gleiche Richtung arbeitet. In diesen Bereichen müssen wir aber sicher noch viel lernen.

Du bist 2018 als Head of Product bei Untis gestartet. Was schätzt Du an Untis als Arbeitgeber? Warum kommst du gern hier her?

Was alle bei Untis eint, ist die Motivation, im Bildungsbereich etwas zu bewegen und den Schulalltag für Millionen von Familien, Lehrkräften und Schulleiter*innen zu erleichtern und ein kleines Stück besser zu machen. Und diesen Spirit spüre ich jeden Tag. Außerdem vereint Untis für mich das Beste aus zwei Welten: Einerseits das stabile Familienunternehmen mit langfristigem Wachstum, Sicherheit und einem großen Zusammenhalt untereinander. Andererseits der agile Start-Up-Charakter, d.h. wir können uns schnell an den Markt anpassen, Gewohntes hinterfragen und neu denken. Diese Balance zwischen „Neues denken“ und „Bestehendes bewahren und mitnehmen“ macht Untis für mich zu einem spannenden Arbeitgeber.

Angefangen hat alles 1970 mit Lochkartenstapeln, dann gab es eine Desktop- und dann eine Web-Version bis zuletzt die App herauskam: Untis wurde stets weiterentwickelt und verbessert. Heute nutzen mehr als 26.000 Bildungseinrichtungen die Untis-Softwarepakete, die Produkte sind in 35 Sprachen verfügbar und es gibt ein weltweites Netz von Partnerfirmen. Was macht Untis Deiner Meinung nach zum Marktführer im Bereich Stundenplanung?

Unser Schlüssel zum Erfolg liegt in der Flexibilität unserer Produkte. Wir haben es geschafft, unser Standardprodukt so zu bauen, dass es von jeder Bildungseinrichtung nach seinen speziellen regionalen Anforderungen in über 35 Ländern weltweit eingesetzt werden kann – egal ob von einer Volksschule in Österreich, einem großen Gymnasium in Belgien oder einer Berufsschule in Deutschland. Wenn man sich mit Stundenplan-Erstellung im Detail auseinandersetzt, merkt man schnell, dass es ein sehr komplexes mathematisches Problem ist. Und dieses Problem hilft Untis zu lösen. Mittlerweile bieten wir auch weitere Lösungen wie das digitale Klassenbuch oder einen Messenger für die gesamte Schulkommunikation an. Durch den Austausch mit Lehrkräften und Administrator*innen sammeln wir regelmäßig Feedback und Impulse, um unsere Software kundengerecht weiter zu entwickeln.

Untis hat ja bekanntlich den „(Stunden)-Plan“, gibt es auch schon einen Plan für die nächsten 50 Jahre? Und was ist Dein größter Wunsch, den Du persönlich für die Zukunft von Untis hast?

Naja, im Moment passiert so viel in kurzer Zeit, dass ein 50-Jahres-Plan keinen Sinn machen würde. Persönlich wünsche ich mir für Untis, dass wir den Spagat zwischen Wachstum und langfristiger Beständigkeit auch in Zukunft schaffen. Die Weichen für die kommenden Jahre sind gestellt und stehen auf Erfolgskurs. (klopft auf Holz und lacht)