Wie Untis die Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften neu denkt
Bremen startet Pilotprojekt – Untis als Technologiepartner
Gemeinsam mit dem Land Bremen hat Untis ein Pilotprojekt zur vollständigen digitalen Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte gestartet. Untis wurde mit der Entwicklung einer passenden App-Lösung beauftragt. Ziel des Projekts ist es, die reale Arbeitszeit von Lehrkräften transparent, barrierefrei und praxistauglich zu erfassen und damit einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung moderner digitaler Schulorganisation zu gehen.
„Die Zusammenarbeit mit dem Land Bremen zeigt, wie wichtig es ist, Digitalisierung im Schulbereich gemeinsam zu denken. Unser Ziel ist es, Prozesse so zu gestalten, dass sie den Schulalltag nachhaltig verbessern. Die digitale Arbeitszeiterfassung ist dafür ein bedeutender Schritt und ein starkes Signal, das neue Standards im Bildungsbereich setzt. Besonders wichtig ist uns dabei das Thema Barrierefreiheit – deshalb ist die Schwerbehindertenvertretung von Beginn an fest in den Entwicklungsprozess eingebunden.“
– Christian Gruber, Co-Geschäftsführer Untis
Mit dem Pilotprojekt stößt Bremen eine grundlegende Reform des seit 150 Jahren bestehenden Deputatsmodells an. Dieses berücksichtigt bislang nur Unterrichtsstunden und nicht die Vielzahl außerunterrichtlicher Tätigkeiten wie Unterrichtsvorbereitung, Elterngespräche oder schulorganisatorische Aufgaben. Die Einführung einer digitalen Arbeitszeiterfassung schafft hier erstmals ein realistisches Bild des tatsächlichen Arbeitspensums und kann so entlastende Strukturen schaffen. Bislang oft „unsichtbare“ Leistungen werden damit erstmals vollständig abgebildet. Lehrkräfte erhalten dadurch mehr Transparenz über ihre eigene Arbeitsbelastung, Überstunden können besser nachvollzogen bzw. vermieden werden und Schulen gewinnen langfristig Planungssicherheit.
In Deutschland besteht bereits eine rechtliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung: Arbeitgeber*innen sind nach § 3 Abs. 2 Nr. 1 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) verpflichtet, ein System einzuführen, mit dem die geleistete Arbeitszeit von Arbeitnehmer*innen erfasst werden kann.
Das Pilotprojekt in Bremen setzt genau hier an: Es soll ein faires, sicheres und alltagsnahes Modell schaffen, das Lehrkräfte schützt, ihre tatsächlichen Aufgaben sichtbar macht und gleichzeitig die Schulorganisation modernisiert. Dabei arbeiten Landesebene, Entwicklungsexpert*innen sowie Vertreter*innen aus Gewerkschaften und Verbänden eng zusammen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Barrierefreiheit der digitalen Lösung, weshalb die Schwerbehindertenvertretung fest in den Entwicklungsprozess eingebunden ist. Diese vielfältigen Perspektiven stellen sicher, dass die Lösung nicht nur technisch innovativ ist, sondern auch den praktischen Anforderungen des Schulalltags und den Bedürfnissen der Lehrkräfte gerecht wird.
„Bei der Entwicklung der App arbeiten wir eng mit Entwicklungsexpert*innen sowie Vertreter*innen aus Gewerkschaften und Verbänden zusammen. Mit einem Technologiepartner wie Untis können wir eine Lösung schaffen, die sowohl technisch überzeugt als auch im Schulalltag funktioniert. Unser Anspruch ist eine praxistaugliche Arbeitszeiterfassung, die Lehrkräfte entlastet und die Schulorganisation stärkt.“
– Mark Rackles, Senator für Kinder und Bildung der Freien Hansestadt Bremen
Entwicklung einer innovativen Lösung zur Arbeitszeiterfassung
Als Technologiepartner des Landes Bremen entwickeln wir eine digitale, barrierefreie App, die Lehrkräften eine einfache und alltagsnahe Erfassung ihrer Arbeitszeit ermöglicht. Die App wird auf den Dienstgeräten der Lehrkräfte bereitgestellt und bietet:
- eine nachvollziehbare Dokumentation der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit
- die Auswahl definierter Tätigkeitskategorien wie Unterricht, unterrichtsnahe Tätigkeiten, pädagogische Kommunikation oder Arbeits- und Schulorganisation
- eine flexible und intuitive Eingabe der jeweiligen Zeiten
- eine klare und benutzerfreundliche Oberfläche
Ein zentrales Element der Lösung ist, dass nicht minutengenau erfasst werden muss, wann eine Tätigkeit ausgeübt wurde. Stattdessen dokumentieren Lehrkräfte die aufgewendete Zeit pro Aufgabe am Ende des Arbeitstags. Im Prototyp sieht das so aus: Die Lehrkraft wählt aus, wie viele Stunden oder Minuten sie beispielsweise mit Unterricht, unterrichtsnahen Tätigkeiten, pädagogischer Kommunikation oder Arbeits- und Schulorganisation verbracht hat. So bleiben Tätigkeiten wie Unterrichtsvorbereitung oder Elterngespräche flexibel einteilbar – können aber dennoch präzise erfasst werden.
Für Schulleitungen ist zusätzlich ein Dashboard geplant, das Auswertungen zur Unterrichtsversorgung und zu Tätigkeitsverteilungen ermöglicht.
Untis gestaltet die Zukunft des digitalen Schulalltags
Gemeinsam mit dem Land Bremen setzen wir ein deutliches Signal in Richtung digitaler Schulorganisation. Als Untis, die Plattform für Schulen, freuen wir uns, eine Lösung zu entwickeln, die langfristig neue Standards im Bildungsbereich setzt und den Schulalltag nachhaltig digital weiterentwickelt.
Das Pilotprojekt gliedert sich in mehrere Etappen. Ab Sommer 2026 werden die konzeptionellen Grundlagen definiert. Der anschließende Pilotbetrieb ist für den Zeitraum von August 2026 bis Juli 2027 an sechs Bremer Schulen geplant. Nach dem ersten Halbjahr erfolgt eine Zwischenevaluation der Ergebnisse. Ab 2027 wird das Projekt gemeinsam mit dem IQHB und der Deutschen Telekom Stiftung ausgewertet und weiterentwickelt.
Medienberichte und öffentliche Reaktionen
Die Ankündigung des Pilotprojekts hat große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und den Medien erhalten. Die wichtigsten Veröffentlichungen haben wir kompakt im Medienecho zusammengestellt.